Ein passendes Fahrrad für Ihr Kind

Fahrradfahren ist eine der beliebtesten Freizeitbeschäftigungen. Zahlreiche Radwege laden dazu ein, kräftig in die Pedale zu treten und im Fahrtwind das Gefühl von Freiheit zu genießen. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass sich viele Kinder bereits in frühen Jahren ein eigenes Fahrrad wünschen. Fahrradfahren schüttet Endorphine aus und die Kinder können sich so richtig an der frischen Luft austoben. Damit sie lange Freude damit haben und sicher damit umgehen können, gilt es allerdings einige Dinge zu beachten.

Die Größe von Kinderrädern

kinderfahrräder“Der Kleine ist erst sechs und schießt regelrecht in die Höhe, da kaufen wir besser gleich ein größeres Rad.”

Genau das ist die falsche Herangehensweise. Natürlich ist es absolut verständlich, dass man ein Kinderfahrrad kaufen möchte, das möglichst lange gefahren werden kann. Dem Durchschnittsverdiener ist es schließlich finanziell nicht möglich, seinem Sprössling jedes Jahr einen neuen fahrbaren Untersatz zu schenken.

Doch wenn Sie sich für ein eigentlich zu großes Modell für Ihr Kind entscheiden, besteht die Gefahr, dass es mit dem Rad überfordert ist, es nicht handhaben kann und letzten Endes die Lust am Fahren verliert und das Bike im Keller verstaubt. Die passende Größe zu finden, ist für Eltern die schwierigste Aufgabe.

Verschiedene Größen für verschiedene Altersstufen

Jeder junge Mensch entwickelt sich unterschiedlich. Manche lernen sehr schnell das Laufen, andere brauchen etwas länger dafür. Das ist ganz natürlich und nicht unbedingt ein Nachteil. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, genau zu sagen, wann es Zeit ist, dass das Kind auch das Fahrradfahren lernt. Eltern müssen darüber individuell entscheiden. Damit geht einher, dass die Größe und Art des Rades nicht anhand des Alters eingestuft werden kann. Die Größe des Kindes ist das entscheidende Kriterium. Je nachdem werden auch die Räder in verschiedenen Größen angeboten.

Kinderfahrräder im Test

Im Test schneiden die verschiedenen Kinderfahrräder sehr unterschiedlich ab. Stiftung Warentest hat etwa im Test einige Modelle bemängelt, da diese zu schwer für Kinder waren oder bereits nach 3.000 Kilometer Laufleistung kaputt gingen. Natürlich ist immer die Frage, wie so ein Test aufgebaut ist, und für welchen Zweck Sie das Fahrrad kaufen. Wenn Ihr Kind nur hin und wieder im Hof oder auf dem Spielplatz fahren will, ist die Laufleistung sicherlich nicht so entscheidend. Wenn Sie mit Ihrem Kind aber Radtouren unternehmen wollen, oder es mit dem Kinderfahrrad in die Schule fahren möchte, sollten Sie auf die Qualität achten! Wir werden Ihnen hier immer wieder die Testsieger der verschiedenen Test Magazine vorstellen.

Es gibt Kinderfahrräder von 12 Zoll bis 24 Zoll:

12 zoll kinderfahrrad12 Zoll Kinderräder sind die Einstiegsgröße. Bevor Sie an den Kauf eines solchen Rades denken, sollte Ihr Kleinkind bereits Erfahrungen mit einem Tretroller, einem Laufrad oder einem Dreirad gemacht haben. Dadurch werden der Gleichgewichtssinn und die Koordination trainiert. Spielfahrräder eignen sich für Kids zwischen zwei und drei bzw. mit einer Körpergröße von 90 bis 110cm. Solange das Kleinkind nicht eine gewisse Körpergröße hat, sollte es beim Laufrad bleiben, da es sonst garantiert mit dem Handling Probleme haben wird.

14 Zoll Fahrräder sind für Kinder von drei bis sechs bzw. eine Größe von ca. 110 bis 120 cm gedacht. Natürlich kann man von Eltern kaum erwarten, dass sie nach jeder Wachstumsphase ein neues Kinderrad besorgen. Je nachdem, wie früh Ihr Kid mit dem Fahren beginnt bzw. wie groß es dabei ist, sollten Sie eine Zwischengröße wählen. Mit 14 Zoll können Sie den Sitz und die Lenkstange z.B. so verstellen, dass sie auch für kleinere bzw. größere Kinder geeignet sind.

Zwischen Rädern mit 16, 18 und 20 Zoll besteht kein großer Unterschied mehr. In allen drei Fällen muss das Kind bereits entsprechend geübt sein. Allgemein eigen sich die Räder für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren bzw. bis zu einer Körpergröße von ca. 140cm. Die Räder bestehen aus einem schwereren Rahmen und haben teilweise schon schmälere Reifen.

Ab 20 Zoll kann man schon von einem Jugendfahrrad sprechen. Von 10 Jahren bzw. ab einer Größe von ca. 140cm können Sie Ihren Sprössling über mehrere Jahre hinweg auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleitet, bis er oder sie sich dann sein/ihr eigenes Erwachsenenbike kaufen kann.

Die beliebtesten Kinderfahrräder Hersteller

Der Markt für Kinderfahrräder ist recht stark ausgeprägt, das Angebot ist vielfältig.

  • Puky
  • Hudora
  • Bikestar
  • Vermont
  • Delta
  • Kettler
  • KC Cycling
  • Cube
  • Townsend
  • Hello Kitty

Als Spielräder zum Einstieg sind besonders die Angebote von Puky sehr gefragt. Die Kosten für ein Jungen- oder Mädchenfahrrad betragen im Schnitt ca. 170 Euro. Die Artikel bestehen aus einem leichten Gestänge aus Alu, so dass  das Fahrrad leicht zu handhaben ist. Besonders günstig sind die Modelle von Vermont, mit einem durchschnittlichen Preis von 90 Euro. In einer höheren Preisklasse befinden sich die hochwertigen Räder von Cube, die für knapp unter 300 Euro zu haben sind. Das absolute Highlight für Mädchen sind Räder von Hello Kitty, die für etwa 130 Euro zu haben sind.

Der erste Schritt zum BMX

bmx kindEine wichtige Orientierungsgröße für den Kauf ist die Schrittgröße des Kindes. Wenn das Kleinkind auf dem Fahrrad sitzt und dabei mit den Füßen den Boden berühren kann, haben Sie die richtige Größe gewählt. Soll das Kinderfahrrad unbedingt mehrere Jahre halten, sollte der Sitz auf die niedrigste Höhe eingestellt sein, damit es dann “mitwachsen” kann. Die Füße müssen dabei nicht vollständig auf dem Boden aufsetzen, sondern es reicht, wenn der zukünftige kleine Rennfahrer über die Fußballen für die notwendige Stabilität sorgen kann.

Streitpunkt Stützräder

Wie man in Eltern-Foren nachlesen kann, sind zusätzliche Stützen ein heikles Thema. Manche Eltern sind davon überzeugt, dass sie die Kids beim Lernen unterstützen, andere wiederum stufen sie eher als Hindernis ein. Tatsache ist, dass Stützräder für mehr Stabilität und damit ein entsprechendes Gefühl von Sicherheit sorgen. Allerdings bedeutet das auch, dass das Gleichgewichtsgefühl des Fahrers so gut wie gar nicht trainiert wird, da er nicht zur Seite kippen kann. Ein weiterer Nachteil von Stützrädern ist, dass Sie die Wendigkeit des Rades einschränken.

Viele Eltern halten es für besser, das Kleinkind so lange mit Laufrädern spielen zu lassen, bis es ohne Ängste Schwung holen und ein Stück weit beide Beine in die Luft strecken kann, ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Erst dann sollten Sie Ihrem Sprössling das richtige Radeln beizubringen versuchen. Sollte es gar nicht anders gehen, können Sie, um ein erstes Gefühl zu bekommen, Stützen montieren, allerdings sollten diese wirklich nur über einen kurzen Zeitraum in Verwendung sein.

Weitere wichtige Auswahlkriterien

fahrradhelmDie Anzahl der Zoll ist nicht das einzige Kriterium, um für Ihr Kind das am besten geeignete Bike zu finden. Weitere wichtige Aspekte sind:

  • die Bremsen
  • die Reifen
  • der Lenker
  • der Sitz
  • die Gangschaltung
  • der Rahmen

Ein Kinderfahrrad sollte immer über eine Vorderbremse und eine Rücktrittbremse verfügen. In punkto Vorderbremse ist es sehr wichtig, dass die Kinderhand die Hebel auch während der Fahrt vollständig umschließen kann, ohne dass dabei die Gefahr besteht, dass sie aus Versehen betätigt werden kann. Ebenso wichtig ist, dass die Bremse nicht zu stark eingestellt ist, damit das Fahrrad möglichst schnell zum Stillstand kommen kann.

Die Reifen: Kinder sind zu Beginn auf ihrem neuen Fahrrad noch sehr unsicher. Aus diesem Grund sollten die Reifen möglichst breit sein, da sie für zusätzliche Stabilität sorgen und man nicht so schnell ins “Schlenkern” geraten kann. Außerdem ist eine gute Federung sehr wichtig. Bei den meisten Herstellern hat sich eine Reifenbreite von 1,75 Zoll bzw. 4,7 cm etabliert.

Lenker und Sitz müssen genau auf die Körpergröße des Kindes abgestimmt werden, weshalb genügend Spielraum zum Verstellen vorhanden sein muss. Wichtig dabei ist, dass die Einstellungen während der Radsaison gelegentlich überprüft werden, da sie z.B. durch einen Wachstumsschub nicht mehr passen könnten.

Eine Gangschaltung wird für Kinder im Allgemeinen nicht empfohlen. Vor allem Kleinkinder sind damit schnell überfordert und es besteht die Gefahr, dass sie zu sehr abgelenkt sind und das Gleichgewicht verlieren oder in ein Hindernis fahren. Wenn Sie trotzdem ein Fahrrad mit Schaltung haben möchten, empfiehlt sich eine altbewährte Shimano Schaltung, allerdings sollten nicht mehr als drei Gänge zur Auswahl stehen.

Der Rahmen: Fahrräder für Jungs haben meist ein Oberrohr, während die für Mädchen keines haben. Allgemein sind Räder ohne Oberrohr mehr zu empfehlen, da man dadurch im Notfall schneller vom Rad abspringen kann, ohne sich in den Speichen  zu verheddern. Ebenfalls ratsam ist es, ein Modell mit Kettenschutz auszuwählen.

Bei einem Kinderfahrrad ist eine entsprechende Beleuchtung nicht verpflichtet. Dennoch sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht doch eine anbringen möchten. Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, dass das Rad im Dunkeln benutzt werden wird, ist ein Licht zumindest bei trübem Wetter oder Nebel sinnvoll. Wenigstens mit Reflektoren sollte das Rad ausgestattet sein. Wenn es um die Sicherheit im Straßenverkehr geht, kann man nie vorsichtig genug sein.

Damit alle glücklich und zufrieden sind

mädchenfahrradUm das passende Kinderfahrrad zu finden, sollten Sie im Idealfall Ihren Sprössling in das Geschäft mitnehmen, so dass die beiden vor Ort perfekt aufeinander abgestimmt werden können. Allerdings ist das mit einer großen Herausforderung an die Eltern verbunden. Die lieben Kleinen wird es nämlich garantiert herzlich wenig interessieren, dass das langweilige Rad in Blau besser geeignet ist, wenn daneben eines mit Spiderman-Aufdrucken oder lustigen Motiven steht.

Bevor sich das Kind trotzig zu Boden wirft und Ihnen garantiert, dass es mit dem anderen Rad nicht fahren wird, können Sie mit dem Versprechen, es zu Hause mit Aufklebern, Farbe und sonstigem Zubehör aufzumotzen, auf einen grünen Zweig kommen. Von verschiedenen Highlights, wie z.B. einem Wimpel, werden die Kids begeistert sein, und zugleich sind sie z.B. für rückwärts ausparkende Autofahrer besser sichtbar. So sind die Eltern und das Kind beidermaßen zufrieden gestellt.